Schule der Persönlichkeiten

Schule und Persönlichkeit: ganzheitliche Bildung, fächerübergreifend und methodenorientiert für den Weg ins Leben.

 

Beratung zum Erfolg

Persönlichkeitsentwicklung in der Schulpädagogik

  • Lernkonzept als Vorgabe für pädagogisches Handeln
  • Wege zu unterschiedlichen Schlüsselqualifikationen
  • Schwerpunkte von Erziehungs- und Bildungsarbeit- fachgebunden, fächerübergreifend und methodenorientiert
  • Systeme zur Beratung
  • bunte Vielfalt von Arbeitsgemeinschaften
  • Lernen in Projekten an konkreten Beispielen
  • Allgemeinbildung, Wertevermittlung und schulische Bildung

 

Freizeitarbeit

Vorbemerkungen

Mit der Ausbildung beginnt für die Jugendlichen und teilweise jungen Erwachsenen ein zunächst schwer überschaubarer neuer Lebensabschnitt.

Die Ausbildung fällt in die Zeit des Erwachsenwerdens und ist mit allen daran hängenden Problemen, Ängsten und Verhaltensunsicherheiten behaftet. Dies gilt in besonderem Maße für junge Menschen, die auf Grund individueller Probleme für eine Ausbildung im GKZ vorgesehen sind.

Nicht von ungefähr sieht aus diesem Grund die Ausbildung einen sehr hohen Einsatz an pädagogischem Personal vor. Kleine Ausbildungs-, Schul- und Internatsgruppen ist die Regel.

Die Arbeit in dieser kleinen Gruppe deckt aber in erster Linie den Ausbildungsalltag mit all seinen Problemen ab.

Aber auch hinsichtlich der "ausbildungsfreien Zeit" ist die Einrichtung gefordert. Der pädagogische Gesamtauftrag geht dahin, den jungen Menschen zu befähigen, nach Abschluss seiner Ausbildung sich in unserer Konsumgesellschaft zu Recht zu finden.

1. Pädagogische Überlegungen

1.1 Beschreibung der pädagogischen Rahmenbedingungen

Berufsausbildung im GKZ bedeutet zunächst, wie bei der Ausbildung in Industrie und Handwerk auch, das Erlernen von Fertigkeiten und Anpassen an betriebliche Normen und Verhaltensweisen.

Festgefügte Zeitblöcke, nämlich Ausbildung und Schule, bestimmen den Tagesablauf.

Für Schüler, die täglich einpendeln, kommen die An- und Heimreise als nicht unwesentliche Zeitfaktoren hinzu.

Die internatsmäßig untergebrachten Schüler müssen sich an einer nach dem Prinzip des gemeinschaftlichen Zusammenlebens ausgerichteten Internatsordnung orientieren lernen.

Spielräume zur Entfaltung von eigener Kreativität sind für die Schüler innerhalb des Ausbildungs- und Schulablaufes nur in begrenztem Umfang vorhanden.

Ebenso engt der mit zunehmender Ausbildungsdauer sich verstärkende Leistungsdruck die zeitlichen Freiräume der Schüler weiter ein.

Das Hinzufügen weiterer Verpflichtungen und damit verbundene Aufgaben bedürfen sorgfältigster Überlegungen.

Das gilt im besonderen Maße für die ausbildungsfreie Zeit, in der Schüler, als junge Heranwachsende, ihr Freizeitverhalten aufgrund individueller Neigungen selbst gestalten wollen.

1.2 Freizeitverhalten

Das Freizeitverhalten besteht für viele der Schüler zunächst aus passivem Konsumieren. Vorschub leistet diesem verhalten eine auf stetige Expansion ausgerichtete Freizeitindustrie.

Spielhallen, Diskotheken, Videotheken, Bodybuilding Centers, bis hin zum total geplanten Urlaub bewirken Änderungen im Freizeitverhalten und bedrängen die traditionelle Jugend- und Vereinsarbeit.

Während bei der Freizeit in der Jugendgruppe oder im Verein soziales Verhalten gelernt und gefördert wurde, kauft sich der Konsument der kommerziellen Freizeitindustrie von jeder Verpflichtung frei.

Soziale Bezüge, Engagement, Kreativität und die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung treten in den Hintergrund.

Hier haben die Zielvorstellungen eines kompensatorischen und emanzipatorischen Freizeitpädagogen anzusetzen.

1.3 Folgerungen

Um den Anspruch einer ganzheitlichen Erziehung gerecht zu werden, bedarf es auch im freizeitpädagogischen Bereich auf dieses Ziel hin gerichtete Überlegungen.

Die Auszubildenden sollen befähigt werden, freie Zeit als Zeit der Regeneration zum täglich erlebten Ausbildungs- und Lernstress zu nutzen.

Der pädagogische Gedanke muss nun hier ansetzen und aufzeigen, dass dieser Regenerationsprozess nicht nur aus passivem konsumieren von Angeboten kommerzieller Freizeitindustrie besteht. Vielmehr geht es darum, sinnvolle Alternativen aufzuzeigen und bei Förderung individueller Neigungen vielfältige Hilfestellungen anzubieten. Dabei reicht die Palette der Unterstützung von Angeboten im musischen, kreativen und sportlichen Bereich, über das soziale Lernen, die Entwicklung von Eigeninitiative und die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung.

Die Umsetzung dieser Überlegungen soll auf der Basis eines interessanten und vielfältigen Angebotes des freizeitpädagogischen Bereiches bestehen. Über das Prinzip der freiwilligen Partizipation an diesen Angeboten sollen Interesse geweckt und gefördert werden.

Eine aktive Beteiligung soll durch entsprechende positive Sanktionen, wie einen Eintrag in das Zeugnis belohnt werden.

2. Freizeitpädagogische Überlegungen

2.1 Das Kurssystem

Ausgehend vom Prinzip der freiwilligen Teilnahme soll dem Schüler ein entsprechendes Angebot an Kursen im sportlichen, musischen und kreativen Bereich unterbreitet werden.

Dabei sollen drei Arten von Kursen unterschieden werden:

Kurse, die über einen längeren Zeitraum oder immer laufen, wie Fußball, Volleyball, Theatergruppe und ähnliches

Kurse, die über einen bestimmten Zeitraum zu einer bestimmten Thematik laufen, wie z.B. Basteln in der Vorweihnachtszeit, Kurse zur Vorbereitung auf die Führerscheinprüfung etc.

Kurse, die in einer bestimmten Zeit angeboten werden, wie z.B. ein Wanderkurs, der 6 oder 8 mal im Jahr eine Wanderung unternimmt.

2.2 Durchführung von Kursen

Vorschläge für Kurse können von Kursleitern und Schüler eingebracht werden.

Di e Prüfung der Durchführbarkeit hinsichtlich der organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten obliegen dem Freizeitkoordinator.

2.3 Planung und Koordination des Freizeitangebotes unter Berücksichtigung der räumlichen Möglichkeiten

Das Kursangebot soll jeweils halbjährlich im Rahmen eines "Marktes der Möglichkeiten" neu vorgestellt werden.

Dem Freizeitkoordinator und dem Hausleiter des Freizeithauses obliegt es, entsprechend den räumlichen und finanziellen Ressourcen des Freizeithauses und der Turnhalle das Kursangebot zu koordinieren und die notwendigen Materialien und Sachmittel bereitzustellen.

Ferner obliegt dem Freizeitkoordinator und dem Hausleiter Freizeithaus die Überwachung der Kurse im Rahmen der Haus- und Benutzerordnung des Freizeithauses und der Turnhalle.

Zum weiteren Aufgabenspektrum des Freizeitkoordinators und des Hausleiters Freizeithaus gehört es, für die Kursangebote entsprechend im Berufsbildungswerk zu werben.

Ebenso ist dem Freizeitkoordinator vom zuständigen Kursleiter eine Teilnehmerliste nach Kursende auszuhändigen, damit eine Kontrolle über die Teilnehmerzahl erfolgen kann.

2.4 Einsatz von Honorarkräften

Gegebenenfalls und nach Absprache mit der Abteilungsleitung kann der Freizeitkoordinator für die Durchführung eines besonderen Kursangebotes Honorarkräfte verpflichten.

Die Kontrolle verbleibt beim Freizeitkoordinator.

Ebenso kann der Freizeitkoordinator Fachreferenten zu aktuellen Themen einladen.

2.5 Zeitblöcke

Die Kurse finden in festgelegten Zeitblöcken statt und zwar

Ausnahme ist der Dienstagnachmittag, der zur Zeit ausbiIdungs- und schulfrei ist. Kurse können hier bereits ab 15:15 Uhr beginnen.

von 17:15 Uhr bis 18:45 Uhr

von 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr

von 20:30 Uhr bis 21:30 Uhr

2.6 Großveranstaltungen

In regelmäßigen Abständen organisiert der Freizeitkoordinatorin Zusammenarbeit mit dem Hausleiter Freizeithaus eine Veranstaltung, an der sowohl Schüler als auch Mitarbeiter gemeinsam teilnehmen können.

Dies kann z.B. ein gemeinsamer Ausflug, eine Sportveranstaltung, ein Fest, ein Konzert o. ä. sein.

2.7 Einzelveranstaltungen

Einzelveranstaltungen können sein, wenn ein Mitarbeiter Schüler z.B. ins Theater o.ä. mitnimmt.

2.8 Kursgebühr

Für ausgewählte Kurse kann eine Gebühr ( Eigenbeteiligung ) erhoben werden.

2.9 Außerbetriebliche Jugendbildungsarbeit

Der Freizeitkoordinator gibt bei der Durchführung von außerbetrieblicher Jugendbildungsarbeit wie Seminare zu bestimmten Themen, Zeltfreizeiten o.ä. organisatorische Hilfestellungen. Diese unterstützenden Maßnahmen sind zunächst abteilungsintern. Hilfen bei abteilungsübergreifenden Seminarveranstaltungen bedürfen der Absprache und Zustimmung des Abteilungsleiters.

2.10 Integration in örtliche Vereine/Teilnahme an VHS-Kursen

Hinsichtlich eines Freizeitangebotes, welches nicht vom Haus, sondern von einem örtlichen Sportverein unterbreitet wird, gibt der Freizeitkoordinator Hilfestellung.

Das Gleiche gilt beim Besuch von VHS-Veranstaltungen.

2.11 Mitarbeiter als Kursleiter

Das umfangreiche Kurssystem lässt sich nur mit Mitarbeitern, die auf freiwilliger Basis Kurse anbieten, aufrechterhalten.

Hierbei ist jeder Mitarbeiter aufgefordert, entsprechend seinen Interessen und Neigungen Kurse anzubieten. Bei der Durchführung stehen der Freizeithausleiter und der Koordinator beratend zur Seite.

Da diese Kurse in der Regel außerhalb der normalen Arbeitszeit liegen, soll den Kursleitern ein entsprechender Zeitausgleich gewährt werden. Dies geschieht deshalb, um die Motivation auch bei diesen Mitarbeitern zu fördern und zu halten.