Erlebnispädagogik im Hochseilgarten

 

Jugendliche wollen "fun" und "action", beides bekommen sie hier. Und soziale Fähigkeiten werden ganz nebenbei gefördert!

Sich ein Ziel setzen, wofür das gut sein soll. Sich in fachkundiger Begleitung auf seine Gefühle einlassen. Gut vorbereitet und gesichert auf z.B. die im Winde schaukelnde "Indiana-Jones-Brücke" in 8 Meter Höhe steigen und sie freihändig überqueren. Sich mutig und vertrauensvoll fallen lassen. Mit weichen Knien, einem grandiosen Gefühl und einem großen Energieschub wieder auf festem Boden ankommen. Und die Erfahrung reflektieren und auswerten, damit die Effekte auch im Alltag Platz finden!

Junge Leute sprechen sehr gut auf das erlebnispädagogische Setting an. Gruppen- und Einzelübungen führen die Teilnehmer an eigene Grenzen. Körpergefühl, Wahrnehmungsfähigkeit, Selbstvertrauen und Kontaktfähigkeit werden gefördert. Der Gruppenprozess wird intensiviert, Integration, Teamgeist und Gruppenklima werden verbessert.

Seminare bieten durch Einbezug aller Sinne einen hohen Erlebniswert, der den Teilnehmern intensive Erfahrungen und Lernerfolge ermöglicht. Sie fördern Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenzen, sind spannend und machen Spaß!

Anlage:

Höhe 11 Meter. Zu den hohen Elementen kommen mobile Bodenstationen, Bodenübungen und Interaktionsspiele hinzu. Schulungsräume und Turnhalle vorhanden.

Leistungen

Organisation und Durchführung von erlebnisorientierten Intensivseminaren, Trainings zu Persönlichkeitsarbeit und Teamentwicklung sowie Weiterbildungen. Gezielte Vor- und Nachbereitung bzw. Theorieeinheiten optional.

Die Trainer

sind durch langjährige Berufserfahrung auf die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen spezialisiert. Sie arbeiten kontextabhängig mit vertiefenden Interventionen der humanistischen Psychologie.

 

 

Was passiert im Hochseilgarten mit einer Gruppe?

Der Gruppenprozess wird intensiviert, Integration und Teamgeist werden verbessert. Die Teilnehmer gehen an ihre Grenzen und ein Stück darüber hinaus. Körpergefühl, Wahrnehmungsfähigkeit, Selbstvertrauen, Kontaktfähigkeit und Persönlichkeitsentwicklung werden gefördert.

Pädagogische Themen:

soziales Lernen, Kooperation, Integration (z.B. Migranten), Diagnostik (persönliche Fähigkeiten, Ressourcen, Potentiale), Gesundheit, Prävention (Drogenmissbrauch, Gewalt, Kriminalität).

Organisationsmöglichkeiten:

Der Kurs kann als Klassenfahrt stattfinden, als Wandertag, als Gruppenfreizeit oder Freizeitprogramm, als Trainingsprogramm, sozialer Trainingskurs usw. oder als Teilprojekt im Rahmen einer größeren Gesamtveranstaltung z.B. zur Benachteiligtenförderung, als Kinderferienbetreuung, zur Migrantenintegration, zur Kriminalprävention, oder zur Gesundheitsvorsorge.

Finanzierungsmöglichkeiten:

Gruppenkasse, Eigenbeteiligung der Teilnehmer und Umlage auf die Eltern bilden häufig den Grundstock. Diese Mittel reichen aber vielleicht nicht aus oder sie sind schon ausgeschöpft oder anders verplant.

×××

"Es hat voll Spass gemacht. Es war voll spannend. Ich empfehle es jedem, weil dadurch ändert sich auch die Klassengemeinschaft, weil ein Junge, der keine Freunde hatte, hat gestern 2 neue Freunde gehabt, also." 

Erlebnispädagogik

Die Bedeutung der Erlebnispädagogik wächst seit Jahren kontinuierlich. Sie „setzt den Schwerpunkt auf die ursprüngliche und neugierbetonte Art des Lernens und auf ein Arbeiten in der Gruppe. Dabei spielt auch der Spaß eine wichtige Rolle“. Je nach Standpunkt stellt sie eine Bereicherung der pädagogischen Landschaft dar oder sogar den übergreifenden pädagogischen Ansatz überhaupt. Sie legt häufig einen Schwerpunkt im Outdoor-Bereich, in dem affektive und emotionale Inhalte in besonderem Maße angesprochen werden.

In Hinblick auf die Förderung mannigfaltiger außerfachlicher Qualifikationen nimmt die Erlebnispädagogik einen wichtigen Raum ein, besonders in Verbindung mit natursportlichen Aktivitäten wie Kanufahren, Klettern, Segeln und dem Ropes-Course.

Sinn einer Ropes-Courses-Anlage

Der Hochseilgarten (high ropes course, auch chellenge course) stellt ein erlebnispädagogisches Betätigungsfeld bereit, auf dem in attraktiver und z.T. spektakulärer Weise Übungen zu sozialen Kompetenzen, zur Teamfähigkeit und Teamentwicklung, Motivationstraining usw. von speziell geschulten Trainern durchgeführt werden. Der große Vorteil ist die Möglichkeit zu Outdoor-Aktivitäten, ohne dabei weite Anfahrten in Kauf nehmen zu müssen.

Die pädagogische Nutzung hat zum Ziel, den Teilnehmer/innen neue Erkenntnisse im sozialen Miteinander zu vermitteln:

  • Spannungen abbauen, Rücksicht nehmen
  • Überprüfung des eigenen Verhaltens
  • Vorurteile abbauen
  • Vertrauen und Selbstvertrauen stärken
  • Auseinandersetzung mit Ängsten
  • Bewältigung von Problemsituationen
  • Umgang mit Problemsituationen
  • Zuverlässigkeit und Verantwortung
  • Körperbewusstsein, Selbstwahrnehmung
  • Grenzen erfahren, Selbstbild

Aus diesen Lerninhalten ergeben sich folgende Anwendungsbereiche in der Gruppen- und Individualpädagogik:

  • Kooperationstrainings
  • Integration (z.B. in der Arbeit mit Migranten)
  • Reorganisation bei Konflikten in Gruppen
  • Persönlichkeitsförderung
  • Diagnostik (Ermittlung von persönlichen Fähigkeiten, Ressourcen, Potentialen)
  • Prävention (Drogenmissbrauch, Gewalt, Kriminalität)
  • Gesundheitsprogramme
  • soziales Lernen

Diese Angebote passen organisatorisch in den Rahmen von

  • Klassenfahrt
  • Wandertag
  • Freizeitprogramm
  • Trainingsprogramm
  • sozialer Trainingskurs

Arbeitsgrundlagen

Die pädagogische Arbeit mit dem Medium Hochseilgarten birgt besondere Chancen. Dabei ist die Herangehensweise von besonderer Bedeutung.

  1. Spaß und sportliche Herausforderung: Geschicklichkeit, .
  2. Am Hochseilgarten können individualpädagogische Interventionen stattfinden und zielgerichtet bestimmte Verhaltensweisen in einem definierten Setting trainiert werden und zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit im Allgemeinen initiieren. Ebenso lassen sich gruppendynamische Prozesse initiieren und lenken. Auch zur Diagnostik ist das Gerät hervorragend geeignet. Eigentlich pädagogische Arbeit auf entwicklungspsychologischen und gruppendynamischen Grundlagen.
  3. Nach dem metaphorischen Ansatz der Erlebnispädagogik sind die Übungen Metaphern für ganz alltägliche Situationen „im richtigen Leben“. Im definierten Setting können diese mit Hilfestellung durch Anleiter und Gruppe nun eher gemeistert werden. Alte Hemmungen oder Vorurteile, die an der Entfaltung der Kreativität im Sinne von Problemlösungsstrategien hindern, können überwunden werden.
  4. Bei der gestalttherapeutischen Herangehensweise nach dem humanistischen Ansatz können durch sorgfältig geplante und kompetent begleitete Erfahrungen die Teilnehmer/innen in ihrer Persönlichkeitsbildung voran gebracht werden. Es lassen sich Entwicklungsdefizite verschiedener Art fördernd beeinflussen.

Übungsaufbau:

Wichtig ist bei allen genannten Herangehensweisen eine Übungsreihenfolge, bei der zunächst Übungen ganz ohne oder mit niedrigem Gerät gemacht werden. Die Übungen am Hochseil sind dann erst die letzte Steigerung. Durch die Übungsfolge werden die Gruppenteilnehmer/innen auf intensive Erfahrungen vorbereitet und der Gruppenprozess darauf abgestimmt. Im briefen werden die Übungen im Einzelnen oder als Folge vorbereitet und im debriefen mittels Reflexion und Transfer nachbereitet. (vgl. Großer 2000)

Sicherheit:

Das Prinzip zero accident ist ohne Einschränkungen außer auf die physische auch auf die psychische Unversehrtheit der Teilnehmer/innen zu beziehen. (vgl. Siebert / Gatt 1998) Setting und Anleitung entscheiden darüber, dass aus einer Risikosituation eine Chance zur Weiterentwicklung wird.

Systematische Nutzung

im Vergleich mit anderen Outdoor- und Natursportaktivitäten: Einordnung nach W. Baumgartner für den gezielten Einsatz erlebnispädagogischer Medien in 5 Kategorien (Baumgartner 1996).

Es kann ein Anforderungsprofil in Hinblick auf Körperdynamik, Psychodynamik, Gruppendynamik und Kenntnisstand erstellt werden. Einzelne erziehungsbedeutende Themen werden aufgeschlüsselt nach: Aufforderungscharakter / Motivation, Wagnis / Bereitschaft / Offenheit, Angst / Furcht, Vertrauen, Rücksichtnahme, Interaktion / Kommunikation, Empathie, Durchhaltevermögen, Entscheidungskompetenz, Erfolg, Partizipation. Außerdem wird die Einsatzmöglichkeit als Diagnoseinstrument berücksichtig. In Punkto Organisation spielen Ausrüstung, Erreichbarkeit, Sicherheit und Gruppengröße eine Rolle. Auch die Umweltverträglichkeit wird beachtet.

Bei all diesen Faktoren schneidet der Einsatz eines Hochseilgartens im Vergleich mit Kanufahren, Mountainbikefahren, Trecking, Felsklettern, Höhlenbegehungen u. a. außerordentlich gut ab.

 

Mitarbeiterqualifikation

An die Qualifikation der Mitarbeiter werden spezielle Anforderungen gestellt.

Dazu gehören die sog. hard skills (Technik der Anlage, z.B.: Welche Übungen sind machbar? Wie werden sie vorbereitet? Welches Material ist nötig? Ist das Material einwandfrei? Wie wird es benutzt? Weiterhin Sicherheitsfragen in der Anwendung, z.B.: Wie wird gesichert? Welche Anweisungen sind dem Teilnehmer zu geben? Außerdem die Befähigung zum Retten und Bergen und Ausbildung in erster Hilfe.

Und dazu gehören die sog. soft skills. (sozialpädagogische und entwicklungspsychologische Kenntnisse, grundlegende Fähigkeiten in der Gruppenführung (z.B. mit TZI) und in der Einzelbetreuung (z.B. nach Rogers) , geübter Umgang mit Aufbau und Handhabung von Übungsfolgen, Erfahrung in der Durchführung von Übungen mit Selbsterfahrungscharakter, erprobte Fähigkeiten zur Krisenintervention

 

Erfahrungen im Hochseilgarten

Seit Fertigstellung der Anlage zum 01.04.2003 sind viele Kurse durchgeführt worden, zum größten Teil mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen beiderlei Geschlechts aus den Bereichen Lernbehindertenförderung, begleitende Maßnahmen im Schulunterricht, Kinder-Ferienspiele, soziale Trainingskurse, Gruppenfreizeiten, Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten, Berufsanfänger.

Die Resonanz sowohl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, als auch der verantwortlichen Begleitpersonen ist äußerst positiv.

 

ergebnisse der erlebnispädagogischen Arbeit im hochseilgarten

Zu Beginn der 90er Jahre gab es nur vereinzelte Berichte vor allem aus den USA. Inzwischen gibt es eine größere Zahl von Untersuchungen auch bei uns. Die Untersuchungen bestätigen die besondere Fähigkeit des Mediums, intensive Lernerfahrungen für Einzelne und Gruppen zu ermöglichen. Sie weisen gleichzeitig darauf hin, dass die Nachhaltigkeit der Lernerfahrung sehr von Vor- und Nachbereitung abhängt.

Als Arbeitsergebnis sind die oben genannten Lernziele unter idealen Bedingungen zu erwarten. Obwohl es in der Praxis Einschränkungen verschiedenster Art gibt, kann eine deutliche Annäherung an diese Ziele in den allermeisten Fällen beobachtet werden.

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok